Die Zweitagestour im Berner Oberland (3./4. Juli)


Die beiden Organisatoren Dieter und Leo hatten zwei schöne und abwechslungsreiche Touren ausgesucht: Von Thun aus, wo wir im feinen Hotel Krone untergebracht waren, am Samstag über den Gurnigel und den Jaunpass, am Sonntag via Grindelwald über die Grosse Scheidegg nach Meiringen und Thun.

Nach der Begrüssung durch Leo und Dieter wurden die 27 Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Noch gemeinsam fuhren wir zur Altstadt hinaus Richtung Blumenstein und Gurnigelpass. Doch schon kurz nach dem Start, in der ersten kleinen Steigung riss Dieter seinen Wechsler krumm. Das Hinterrad sass fest, die Kette war verklemmt, an ein Weiterfahren war nicht mehr zu denken. Während er seinen Rücktransport organisierte, fuhren wir andern weiter. Vor der Steigung zum Gurnigelpass teilten sich die beiden Gruppen. Für die einen ging’s flach weiter, wir andern fuhren übers Gurnigelbad hinauf zum Pass auf 1624 m ü. M. An einigen Stellen war es wirklich sehr steil und vor allem auch sehr warm. Oben angelangt nahmen alle noch so gerne eine kühle Erfrischung in der grossen Gartenbeiz. Über Schwefelbergbad und Zollhaus ging’s hinunter nach Plaffeien in den Kanton Freiburg. Es fielen zwar einige Regentropfen, doch je näher wir unserem Ziel für den Mittagshalt kamen, desto besser wurde das Wetter. Bald sassen wir in einer grossen Gartenbeiz und genossen die Spaghetti. Nur Andi fehlte. Nach einem Speichenbruch musste er sich ein neues Hinterrad organisieren. Auch bei Fredel war in der Gurnigelabfahrt eine Speiche zu Bruch gegangen. Unter wolkenverhangenem Himmel, aber auf noch trockenen Strassen ging’s weiter Richtung Jaun und Jaunpass. Erst im Aufstieg fiel etwas Regen. Nach einer rasanten Abfahrt besammelten wir uns in Boltigen, um gemeinsam, der mächtig tosenden Simme folgend, zurückzufahren. Die Strassen waren jetzt nass und rutschig.

Und dann passierte es: Trotz Schritttempo lagen wir fast zeitgleich zu viert auf der Strasse. Ein schräger Bahnübergang mit Eisenblech war uns zum Verhängnis geworden. Ausser einigen Schürfungen und Prellungen war aber zum Glück keinem etwas Schlimmeres passiert. Gemeinsam erreichten wir das Hotel, wo Fritz inzwischen unser Gepäck hingebracht hatte – ein toller Service, für den wir ihm herzlich danken! Die Nacht war laut: Zuerst lärmten die Fussballfans, dann zog ein Gewitter mit Blitz und Donnerschlag über die Stadt. Am Morgen weckte uns das Rauschen des Regens.

Ob man die Fahrt über die Scheidegg da wagen sollte? Richtung Interlaken hingen noch graue Regenwolken, die einige Velokollegen bewogen, den zweiten Tag nicht gar mehr aufs Velo zu steigen. In zwei Gruppen fuhren wir auf Zusehen hin dem Thunersee entlang nach Spiez, Interlaken, Wilderswil und hinauf nach Grindelwald. Das Wetter machte gute Miene, und so waren bald alle unterwegs hinauf zur Grossen Scheidegg. Weil ein Motorfahrverbot besteht, mussten wir nur zwei Postautos ausweichen. Die Strasse hinunter zum Mittagshalt in Schwarzwald zeigte Frostschäden und war teilweise nass. Bald sassen wir gut gelaunt am Mittagstisch. Das Wetter besserte sich weiter und unten in Meiringen empfingen uns Sonnenschein und Wärme. Zum Glück hatten wir die Passfahrt gewagt! In Einerkolonne ging’s nach Brienz und Ringgenberg dem See entlang. Bald erreichten wir das mondäne Interlaken. Noch einmal stieg die Strasse, bevor es hinunter nach Sigriswil an den Thunersee ging, und nach einem zügigen Finale waren Thun und das Hotel erreicht. Noch ein kühles Bier, dann hiess es Abschied nehmen. Als die Velos verladen waren, begann es prompt zu regnen.

Walti I.