Ferientour ins Allgäu: 1. Tag Morgens um sieben Uhr war die Welt noch in Ordnung. Erwartungsfrohe Rad Touristen und Radlerinnen besammeln sich im Rosenberg, Gepäck und Velos werden im Anhänger von Kopf Reisen verstaut. Ein prüfender Blick und wir sind beruhigt, wie sorgsam mit unserem „Arbeitsgerät“ umgegangen wird. Noch einige kurze Information, bevor die Busfahrt ostwärts zum Treffpunkt in Diepoldsau anrollt. Je weiter wir uns der Grenze näherten, desto besorgter unsere Mienen. Regentropfen die ans Fenster klopften, verbreiteten ein ungutes Gefühl. Dem Wetter Bericht war im Weiteren zu entnehmen, dass sich das Tief langsam gegen Osten entferne. Nun, man wird’s sehen. Zur Sicherheit reserviere ich Mal einen Sitzplatz im Kleinbus. Auf dem Sammelplatz beim Restaurant kurz vor der Grenze trafen wir auf die weiteren unternehmungslustigen Radlerinnen und Radler. Bei Kaffee und Nussgipfel begrüsste uns der versierte Tourenleiter und „Chef“ der nächsten Tage, Flavio, mit einem herzlichen Willkomm Gruss. Wir waren durch ein informatives Programm vororientiert und wussten somit, was auf uns wartete. Das Gruppetto wurde in vier Stärkeklassen eingeteilt, ein Führer mit Kartenlese Qualität zugeteilt und schon bewegte sich der Tourtross Richtung Dornbirn. Das Wetter hellte sich langsam auf und die Regenwolken zogen stetig weiter ostwärts. Zwei ruppige Steigungen wurden in angenehmen Tempo passiert. So, dass wir die abziehende Regenfront nicht doch noch einholten. Immenstadt nahte und somit auch unsere wohlverdiente Mittagspause. Wie in unserem Nachbarland gewohnt, fiel uns im Restaurant Post die vornehmliche Gast Freundschaft auf. Das Eintreffen in einzelnen Gruppen sagte der Bedienung zu, niemand musste lange auf Speis und Trank warten. Käsespätzle nach österreichischer Art war der grosse Renner von der Menukarte. Doch der Wirt hatte genug davon. Kaffee und Kuchen durfte natürlich auch nicht fehlen. Gestärkt und bereit für weitere Taten, denn noch warteten gegen 90 km auf die rotweisse Radler Gruppe, zogen wir von Dannen. Das Profil war eher flach bis abfallend. Unterwegs gesellte sich ein deutscher Gümmeler zu uns, der stolz, das wenig farbenfrohe, grünliche Trikot ihres Siegfahrers Jan Ulrich, präsentierte und darüber schwärmte. Nach der Passage der Kranzegg führte der Weg abseits der grossen Landstrasse durchwegs auf Radwegen oder wenig Verkehr aufweisenden Nebenstrassen, sofern man sie erwischte, unserem Etappenort Schongau entgegen. Auffallend die vielen kleinen Badeseen, die sich in der grünen Landschaft befanden, heute jedoch nicht zum Bade luden. Dank der guten Ortskenntnisse unseres „Chefs“ erreichten wir das Hotel auf dem direkten Wege. Gerade noch bevor sich eine unheimliches Gewitter ankündigte. Schwarz wie die Nacht wurde es urplötzlich. Dies wurde der „Blüemli“ Gruppe zum Verhängnis. Eine halbe Stunde fehlte, und auch sie wären trocken nach Hause gekommen. Alle wurden arg geduscht, denn auch Unterstehen brachte nicht allzuviel. Zu schaffen machte dann der plötzliche Temperatur Sturz. Doch alle trugen es mit Fassung und nach einer wärmenden Dusche im noblen Hotel, sassen alle beim Nachtessen zusammen und tauschten die Erlebnisse des ersten Tages aus. Alle waren mit der Zuteilung zu ihrer Stärkegruppe zufrieden. Dem konnte auch ich beipflichten. Tobias, Hermi, Bruno, Andrea, Fredi, Flavio, unser Septett verstand sich während den vier Tagen vorzüglich und rollten somit problemlos durch das Allgäu. Nur einmal fielen wir auseinander, als es galt, die brutale Steigung (5 km/16% Steigung) des Riedberg Passes zu bewältigen. Am Rande notiert: Es war auf dem Joch Pass am Sonntag mittag, als die ganze RVW Gruppe sich am Mittagstisch befand. Die Velos lagen und standen in einem grossen Durcheinander auf eine Wiese inmitten der Fussgänger Zone. Da trat ich zu den Velos hin, als ein unbekannter Feriengast sich über diesen Haufen Räder wunderte. Wie sie doch alle glänzen, in verschiedenen Farben, keines gleiche dem Anderen. Er sagte mir, dass er die Damen bewundert habe, die hier hoch gefahren seien. Auch viele graubehaarte, und in die Jahre gekommene Radler seien darunter. Und wie sie alle schlank seien, und schaute dabei über seinen Bierbauch. Nur einen Fahrer habe er ausgemacht, der etwas aus der Reihe tanze…… Berichterstatter des ersten Tages Sepp Schongau – Saulgrub – Murnau – Walchensee – Bad Tölz – Schongau Gut gelaunt nach einem feinen, vielfältigen Frühstück, das mit viel Liebe von unserem Hotel-Team bereit gestellt wurde, zogen wir auf unsere erste Etappe. Wir trafen uns um 08.30 Uhr vor dem Hotel und warteten auf unsere Gruppe. Dann konnte es losgehen. Hansjörg, Ad, Heinz und Shaun (Hansjörgs „Feriensohn“ aus Südafrika), Stefan und ich fuhren gemeinsam. Wir radelten durch Deiting und Rottenbuch schön dem Radweg entlang bis dieser unter einer Brücke in eine Baustelle durch ein kleines Dorf führte. Bei jeder Richtungsänderung glaubte man, die Strasse sei wieder in Ordnung, aber es dauerte eine ganze Weile bis wir wieder Belag unter den Rädern spürten. Die Echselbach-Brücke führte uns über eine Schlucht, bei welcher Hansjörg gerne einen Halt gemacht hätte und in die Tiefe schauen wollte, doch von uns hatte keiner Lust dazu. Zügig ging unsere Fahrt nach Kochel am See und in die Steigung nach Urfeld. Heinz hatte mein Kettenmaleur anfangs der Steigung gleich mit einer Tempoverschärfung quittiert, so dass ich ebenfalls einen Zacken zulegen musste um wieder aufschliessen zu können. Nach der rasanten Abfahrt bogen wir am Walchensee ab, einem wunderschönen Hochtal entlang. Keine Autos – Natur pur, so wie man es sich im Traum vorstellt. Shaun machte hervorragende Führungsarbeit, so dass wir im flotten Tempo Lenggries erreichten. Dorf fanden wir einen Gasthof, der uns zum Mittagshalt verleitete. Gestärkt ging’s weiter durch schöne Dörfer mit blumengeschmückten Bauernhäusern, Maibäumen usw. nach Bad Tölz. Nach kurzer Wegbefragung gelangten wir nach Bichl. Da aber machten uns die schlecht markierten Radwege etwas zu schaffen. Glücklicherweise konnte uns ein Bauer, der mit seinem Traktor unterwegs war, weiterhelfen. Ab jetzt wurde das Tempo von einigen aus unserer Gruppe nochmals zügig verschärft, so dass wir jeden einzelnen Aufstieg schon langsam zu spüren bekamen. Shaun übernahm die Spitze und führte uns mit konsequentem Tempo zurück nach Schongau. Fritz B.
Samstag, 02. August 2003, Fahrt zu den Schlössern „Neuschwanstein“, ca 145 km
Heute starten alle Gruppen zur gleichen Zeit, denn wir wollen - abseits der Hauptstrasse - bis nach Steingaden zusammen fahren. Nach dem ersten verunglückten Versuch, die richtige Strasse zu finden, fahren wir (Blüemligruppe) doch auf der Hauptstrasse weiter. Nach ca 20 km legen wir den ersten „frauengerechten Bisihalt“ ein. Danach beginnt die Strasse in Richtung Rottenbuch anzusteigen und nach einer rasanten Abfahrt erreichen wir die „Echelsbacher Brücke“. Wir gönnen uns einen kurzen Blick in die tiefe Schlucht. Weiter geht’s in Richtung Oberammergau. Kurz vor der Ortschaft - in einer kurzen Steigung - überholt uns die Gruppe „Leo“ unter der Führung von Charly. In den folgenden Abfahrten müssen wir Leo auffordern etwas mehr „Gas“ zu geben, damit die Blüemligruppe nicht dauernd bremsen muss ! Beide Gruppen fahren wenige Kilometer später in das malerische Bergdorf Oberammergau ein. In einer gemütlichen Gartenbeiz gönnen wir uns eine Erfrischung. Einige geniessen sogar schon einen Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne ! Aber welche Überraschung: Der Wirt zeigt uns und anderen Gästen eine super Zaubershow. Wer würde nicht auch gerne aus 20-er Noten schnell 50-er Noten zaubern ! Mit immer neuen Tricks überrascht er uns und wir haben riesig den Plausch. Beinahe vergessen wir, dass ja noch ca 100 km zu fahren sind. Über den Ammer-Sattel fahren wir durch Naturschutzgebiet an den schönen Plansee, wo uns die Gruppen Flavio und Hansjörg schon in einer gemütlichen Gartenbeiz mit Seeanstoss erwarten. Wir geniessen das Mittagessen und die schöne Aussicht auf den Bergsee in vollen Zügen. Jetzt geht die Fahrt aber weiter zu den berühmten Schlössern. Nach einigen Kilometern – nach der Ausfahrt aus einem Radweg – „klöpft“ es plötzlich hinten in der Gruppe. Was ist passiert ? Doris – unsere Gastfahrerin – ist mitten auf die Strasse gestürzt. Es muss sich um einen „Schalt-“ oder technischen Fehler gehandelt haben. Glücklicherweise ist kein Auto gekommen und die Hinteren in unserer Gruppe konnten noch rechtzeitig ausweichen. Doris ist mit kleinen Schürfungen und Prellungen davongekommen. Nach kuzer Erholung und Verarztung der Wunden können wir wieder weiterfahren. Schon bald nähern wir uns den bekannten Schlössern. Wir begnügen uns aber mit einem kurzen Halt unterhalb der Sehenswürdigkeiten. Über Schwangau fahren wir durch eine wunderschöne Gegend nach Lechbruck und zurück nach Schongau. Kurz vor unserem Hotel sehen wir unsere RVW-Freunde im Garten des Schongauer Brauhauses sitzen. Kurzentschlossen stoppen wir; wenden und Ludi fährt - zum Gaudi aller - mit dem Velo durch die Hintertür und die ganze Beiz direkt vorne wieder in den Biergarten hinaus. Mit viel Spass und Sprüchen geniessen wir einen oder mehrere „Radler“ (hell oder dunkel) bis es Zeit wird ins Hotel zu fahren und uns auf das Nachtessen vorzubereiten.
Leiter Blüemligruppe Kurt Sch.
Rückfahrt nach Diepoldsau |
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